Das Gemeindesiegel Olbernhaus von 1880 zeigt drei hohe Tannen, darüber ein Auge sowie ein Band mit der Inschrift "OCULUS VINDEX". Darunter befinden sich links und rechts von einem grünen Frosch in einem grünen Kranz auf rotem Grund symbolisch die Flöhawellen.

Der Frosch stammt aus dem Familienwappen der Familie vom Loß - sie waren von 1766 bis 1827 Besitzer des Rittergutes. Der Frosch blickt auf diesem Wappen nach rechts. Es gab in dieser Zeit einige Familienwappen mit einem Frosch. Bei der Gestaltung des Gemeindesiegels hat man dem Frosch eine andere Blickrichtung gegeben.

Auf einer Karte mit den Grenzen des Olbernhauer Rittergutes um 1789 fand man eine Urform des späteren Gemeindesiegels, die drei Tannen in einem waldumgrenztes Tal darstellt, darunter ein Frosch und darüber ein Auge und ein Band mit der Inschrift "OCULUS VINDEX".

 

Um die Deutung des Gemeindesiegels entstand eine SAGE, die jedoch keiner wissenschaftlichen Erklärung entspricht und aus dem "Sagenbuch des Erzgebirges" von Herrn Johann August Ernst Köhler stammt. Diese Sage wurde 1983 in einer Broschüre mit Sagen aus dem damaligen Kreis Marienberg veröffentlicht. Der Titel lautete "Die Wunderblume vom Schlettenberg".

Dort deutet man das Gemeindesiegel von Olbernhau damit, dass sich aus dem ausgetrockneten See, für welchen man die flache Talsohle ansieht, in der der Ort liegt, der Frosch entfernt, um nach dem auf der Höhe sich zeigenden Wald zu flüchten.