Am 19. April 1828 trafen sich 21 Olbernhauer Bürger in der "Rohrschmiede-Schänke" (heute Tempelweg 43) und gründeten einen Schützenverein. In diesem Personenkreis befanden sich auch 6 Büchsenmacher-Meister. Der erste Vorsitzende des Vereins war der Postverwalter GOTTLIEB HEINRICH PREISSLER. Zuerst fanden die Schießübungen und das alljährliche "Vogelschießen" auf dem Gelände der Rohrschmiede statt.

Für den Zeitraum 1829 bis 1862 liegen keine Schriftstücke vor, denn 1864 brannte das alte Gebäude der "Rohrschmiede-Schänke" ab und dabei wurde auch Vereinslade des Schützenvereins vernichtet.

Am 31. Januar 1876 wurde  der Baumeister GUSTAV NEUBERT zum Vorsitzenden der Schützengesellschaft gewählt. Die "Kellerschänke" in Rungstock wurde neues Vereinslokal und geschossen wurde in einem naheliegenden Steinbruch. 1878 wird die Uniformierung der Schützen zur Pflicht.

Am 11. August 1890 wurde dem Besitzer der "Dörfelmühle" FRIEDRICH EMIL SEIFERT die Leitung des Vereins übertragen. Er setzte sich für den Bau eines neuen Schießstandes ein. Dafür wurde 1891 am sogenannten "Klugenberg" (heute Hainberg) ein Grundstück erworben. Den Auftrag zur Errichtung der Anlage erhielt Baumeister Karl Winkler. Im Zeitraum von 1892 bis 1913 wurde dann jährlich ein Schützenkönig ermittelt. In der Zeit von 1914 bis 1919 ruhte die Vereinstätigkeit (1. Weltkrieg).

Im Jahr 1895 wurde der Schießstand von 150 auf 175 Meter Länge erweitert. Ab diesem Jahr wird das Schützenfest auf drei Tage verlängert. Auf der "Vogelwiese" gab es nun auch Reitschulen, Schank- und Verkaufsstände und abends gab es ein großes Feuerwerk. 1900 wird die endgültige Größe des Schützenplatzes hergestellt. Die Erdmassen werden zur Auffüllung des heutigen Gessingplatzes genutzt. 1903 feiert die Schützengesellschaft das 75-jährige Jubiläum und aus diesem Anlass wird auch eine Vereinsfahne geweiht.

1910 erhält der Baumeister Karl Winkler den Auftrag zum Bau einer Festhalle. Im Volksmund wurde diese Festhalle "Schützenzelt" genannt. Nach 1920 war das "Schützenzelt" der Sommersitz  der "Sächsischen Landesbühne". Bis in die 1930-Jahre werden in der Festhalle Theaterveranstaltungen durchgeführt.

Die Schützenbrüder Glasermeister FRANZ SCHULZE und Fotograf CARL SPAHN schenkten am 17. September 1923 dem Verein eine Tafel. In dieser Tafel wurden die Fotos aller Schützenkönige seit 1896 abgebildet und sollten damit der Nachwelt erhalten bleiben. Es ist heute leider nicht mehr feststellbar, ob diese Tafel noch existiert. (siehe Galerie Bild 2)

Im Zeitraum vom 5. bis 12. August 1928 feierte die Schützengesellschaft ein großes Fest anlässlich des 100-jährigen Bestehens. Zu diesem Jubiläum entstand auch eine sehr interessante Festschrift.

1933 wurde auch das 105- jährige Jubiläum der Schützengesellschaft gefeiert.

Im Zeitraum vom 1. bis 4. August 1938 weilte anlässlich des großen "Volks- und Schützenfestes" auch eine Trachtengruppe aus Holland in Olbernhau.

Im Zeitraum 1939 bis 1945 (2. Weltkrieg) wurden keine Schützenfeste durchgeführt. Im "Schützenzelt" wurden französische Kriegsgefangene untergebracht.

1945 wird die "Schützengesellschaft" durch die sowjetische Besatzungsmacht verboten. Im Zelt werden Flüchtlinge aus dem Osten untergebracht. Als das Schützenzelt sehr baufällig war, wurde es abgerissen.