Liebe Bürgerinnen und Bürger von Olbernhau und seinen Ortsteilen,

„Stuppelhah is vorüber, de Kirmes vorbei …“  - so wie im bekannten erzgebirgischen Mundarttext kündigt sich auch in diesem Jahr in unserer Region der Herbst an und damit der bevorstehende Winter.

Wir alle hatten darauf gehofft, dass die Winter- und Weihnachtszeit 2022 nach den Coronaeinschränkungen endlich wieder die schönste Zeit des Jahres bei uns hier im Erzgebirge werden kann!?

Mit ungläubigen Blicken starren wir auf die Beträge der Supermarktkasse nach dem Wocheneinkauf oder die Preise an den Zapfsäulen der Tankstellen und mit Bauchschmerzen erwarten wir alle die Strom- und Heizkostenabrechnung zum Jahreswechsel. Das Wort „Sparen“ verliert seinen positiven Charakter und wird für uns immer mehr zum Unwort des Jahres. Sind wir mal ehrlich, wir möchten es am liebsten gar nicht mehr hören!

Wir alle tragen keine Schuld an der derzeitigen Situation der Preissteigerungen. Wer aber dann? Vielleicht werden es einst unsere Enkelkinder in ihren Geschichtsbüchern genauer erfahren. Schließlich wird Geschichte vorwärts gelebt und rückwärts verstanden. Auf jeden Fall wäre es wohl ziemlich einseitig gedacht, die Schuld allein im Machtstreben des russischen Präsidenten Putin und dem Ukrainekrieg  zu sehen.

Die Tatsache, dass im zivilisierten Europa im 21. Jahrhundert Krieg geführt wird, ist ohne Zweifel komplett aus der Zeit gefallen und nicht zu tolerieren. Aber genauso zeitenfremd und unakzeptabel ist das Verhalten der Energie- und Mineralölkonzerne. Sie erwirtschaften trotz Krieg nach wie vor große Gewinne und sind nicht bereit, diese in Notsituationen wie diesen an die Endverbraucher, also uns, weiterzugeben.
Die „Kleinen“, wie beispielsweise unsere Stadtwerke werden sich selbst überlassen.

Wir erwarten zu Recht ein effektives Gegensteuern unseres Staates.
Er versucht es über Sanktionen gegen Russland, ohne jedoch diese Embargopolitik mittlerweile selbst in Frage zu stellen, weil sie uns mehr schadet als jedes Entlastungspaket nutzt.
Und wo sind eigentlich die Friedensgespräche ?

Machen wir uns nichts vor, liebe Bürgerinnen und Bürger! In vielen Ihrer Köpfe schwirrt wohl der Gedanke: „Dafür bin ich `89 nicht auf die Straße gegangen!“ Doch was wir nicht ändern können, müssen wir aushalten! So hart dieser Satz uns trifft.

Auch wir als Stadt Olbernhau spüren die Folgen der Preisentwicklung stark. Das fängt bei den Betriebskosten der Objekte an, zieht sich über die Straßenbeleuchtung und dergleichen und endet beim Heizen aller unserer öffentlichen Einrichtungen. Das Unwort „Sparen“ wird also ebenfalls zum Motto des Lebens in unserem Städtchen.

Ich rufe Sie daher zum Verständnis für diese Maßnahmen auf und bitte Sie gleichzeitig darum zu überlegen, in welchen Bereichen Sie persönlich Ihren Beitrag leisten könnten.

Für die kommende Zeit wünsche ich uns allen besonders eine stabile Gesundheit, viel Kraft sowie ein glückliches Händchen beim Handeln und Entscheiden.

Herzlichst und Glück auf!
Jörg Klaffenbach
Bürgermeister