Im Rungstocktal gab es neben der Zündwaren-Fabrik von ROBERT SCHUSTER noch einen weiteren Betrieb dieser Branche. Die Zündwaren-Fabrik von CARL MEYER befand sich auf einem Grundstück mit einer sehr interessanten Geschichte. Auf dem heutigen Grundstück der Rungstockstraße 92 entstand schon vor 1600 eine Mühle. In der Chronik wird erwähnt, dass CASPAR MEISCHER 1580 eine Mahlmühle erbaute.

Häuser mit einer genauso langen Geschichte sind die „Vordermühle“ (Mühlgäßchen 3) und die Hintermühle (Zöblitzer Straße 3). Ein weiterer wichtiger Betrieb entstand 1700.

Die „Herrenmühle“ (Hammergasse 7) wurde als Brettmühle errichtet. In der „Rungstockmühle“ (Rungstockstraße 92) waren bis 1900 etwa 15 Besitzer tätig. Im Jahr 1905 gründet AUGUST LOUIS GRIESSBACH auf diesem Grundstück mit seinem Partner die „Sächsische Zündholz-Fabrik Grießbach & Horn“. Die hergestellten Zündhölzer wurden unter dem Namen „Mentorhölzer“, „Sicherheitszündhölzer“ und „Pelikan-Hölzer“ vertrieben. 1908 wurde die Produktion eingestellt. Am 22.10.1908 erwarb CARL MEYER die Gewerbegenehmigung und übernahm den Betrieb.

1910 brannte die alte „Rungstockmühle“ ab. An dieser Stelle errichtete der Baumeister CARL WINKLER die „Meyer-Villa“. Diese Villa ist gegenwärtig in einem sehr schlechten Zustand. Durch einen Volksentscheid wurde 1946 festgelegt, dass der Betrieb in Familienbesitz bleibt, aber unter die Kontrolle der „Sowjetischen Militär-Administration (SMAD) gestellt wird. 1955 wurde die Produktion eingestellt.

Im Produktionsgebäude war anschließend die Wurstfabrik des Schlachthofes Olbernhau untergebracht. In den 1990er Jahren war das Gebäude ungenutzt und wurde 1999 abgerissen.