Außerhalb der kleinen Hüttenpforte steht am Aufschlagwassergraben die Laube des Faktors Rothe. Sie wurde 1621 zu seiner Vergnügung angelegt.

Barocke Medaillons mit Texten schmücken im Inneren die Decke. Diese Inschriften, die Bibelsprüche zitieren, geben treffend den Zeitgeist wieder – das kleine Gartenhäuschen diente sowohl der Fröhlichkeit als auch der Frömmigkeit.

  1. SYR.32 - Irret die Spielleut nicht und wenn man Lieder singt, so wasche nicht drein, spare deine Weisheit bis zur andern Zeit. Wie ein Rubin mit feinem Gold leuchtet, also ziehret ein Gesang das Mahl.
  2. Ps.84 - Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth, meine Seele verlanget und sehnet sich nach Vorhöfen des Herrn. Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
  3. Ps.84, 5-6 - Wohl denen, die in deinem Haus wohnen, die loben dich immerdar, Sela, wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und im Herzen Dir wandeln. Wie ein Smaragd im schönen Golde stehet, Also ziehren die Lieder beim guten Wein.
  4. Begründet den 6. Oktober 1621 vom Faktor Rodt, Restauriert 1854 vom Bergmeister Hering, Renoviert 1910 von der Firma Sächsische Kupfer- und Messingwerke F. A. Lange (Anmerkung: dies ist der 4. Spruch)

Über die Jahrhunderte hinweg konnte durch Restaurationen dieses Kunstwerk erhalten werden.

1935 war Karl Koch Grundstückseigentümer; die Laube diente als Abstellraum.Nach 1945 wurde der Rat der Stadt Olbernhau Rechtsträger. Die LPG „Hugo Franz“, später umbenannt in LPG „Einheit“, übernahm 1955 das Flurstück. Zehn Jahre später wurde die Gärtnerische Produktionsgenossenschaft „Drei Tannen Olbernhau“ Eigentümer von Garten und Laube und nutzte sie als Materiallager.

1997 erwarb die Stadt Olbernhau das Teilgrundstück mit der Laube.

Seit dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Jahre 2002 ist diese Sehenswürdigkeit zu bestimmten Anlässen wieder der Öffentlichkeit zugänglich.