1869

Freiwillige Feuerwehr Olbernhau

22 Gründungsmitglieder versammeln sich am 1. August 1869 in "Schneiders Restaurant" (heute TIVOLI) zur konstituierenden Sitzung. In dieser Verammlung wurden VALENTIN GRUNDMANN zum 1. Kommandanten und der Lehrer JULIUS GÖBEL zu seinem Stellvertreter gewählt. Schon 1866 gab es Bestrebungen eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Trotz eifriger Werbung des Vorstandes des Turnvereins, des Kaufmanns VALENTIN GRUNDMANN, erfolgten nur wenige Anmeldungen.
1873

Die Marktbrücke

1873 wurde die Marktbrücke eingeweiht. Im Zeitraum 1871 bis 1872 wurde sie erbaut. Die Brücke hatte ursprünglich eine Breite von 7,65 Meter. Im Bereich der heutigen Marktbrücke befand sich vor 1870 eine Furt. Dort durchquerten die Fuhrwerke die Flöha. Am 13. August 1926 bewilligte die Stadtverwaltung Finanzmittel für die Verbreiterung der Brücke. Der ständig steigende Verkehr und die damit verbundene Belastung machten einen Erneuerungs- und Erweiterungsbau erforderlich.
1875

Bahnhof Olbernhau - Bahnhofstraße 22 u. 24

Am 24. Mai 1875 wurde die Eisenbahnverbindung Pockau bis Olbernhau eröffnet. An diesem Tag wurde auch das neue Bahnhofsgebäude eröffnet.
1875

Baumeister Gustav Neubert

Am 15. Juni 1875 eröffnet Baumeister GUSTAV NEUBERT ein Baugeschäft in Olbernhau. Der Bauhof mit Dampfsägewerk und Zimmerei befand sich an der Freiberger Straße 50. Sein Wohnhaus (Villa) wird im Zeitraum 1887 bis 1888 auf dem Grundstück Freiberger Straße 53 erbaut. Am 21. März 1888 heiratet er Frau Alma Geitner aus Planitz. In dieser Ehe werden eine Tochter (Maria) und zwei Söhne (Paul und Fritz) geboren.
1879

Möbel-Fabrik Otto Weinhold jr.

1879 gründet OTTO WEINHOLD die Kunstmöbel-Fabrik "Otto Weinhold jr.", um sich vom Handwerksbetrieb seines Vaters Carl Gottlieb Weinhold abzugrenzen. 1883 wurde das Wohnhaus der Familie Weinhold errichtet. Baumeister ist Gustav Neubert. (heute Bahnhofstraße 6) 1884 beginnt die Produktion im neuen Fabrikgebäude mit Dampfmaschine und eigener Stromversorgung (heute Bahnhofstraße 4)
1880Gemeindesiegel Olbernhau

Das Gemeindesiegel von Olbernhau

Das Gemeindesiegel Olbernhaus von 1880 zeigt drei hohe Tannen, darüber ein Auge sowie ein Band mit der Inschrift "OCULUS VINDEX". Darunter befinden sich links und rechts von einem grünen Frosch in einem grünen Kranz auf rotem Grund symbolisch die Flöhawellen.
1883

Das Pfarrhaus - Blumenauer Straße 2

Am 3. März 1883 wurde durch die Kircheninspektion Marienberg und dem Kirchenvorstand Olbernhau das neue Pfarrhaus übernommen. Ein Pfarrhaus wurde schon 1590 nach der Weihe der Stadtkirche errichtet. Dieses Gebäude wurde beim Überfall der Schweden am 7. Mai 1639 niedergebrannt. Es wurde nach 1648 wieder aufgebaut. Am 24. Januar 1881, gegen 4 Uhr, brach ein Brand im Pfarrhaus aus. Wegen der ungeheuren Kälte waren Löscharbeiten fast unmöglich. Anschließend wurde das Pfarrhaus in der heutigen Form wieder aufgebaut. Baumeister war GUSTAV NEUBERT.
1884

Volksbibliothek Olbernhau

Am 01.01.1884 wurde in Olbernhau eine Volksbibliothek eröffnet, die erste Ausleihe erfolgte am 06.01.1884. Diese Bibliothek befand sich in der "Alten Schule" - Grünthaler Straße 14 (heute Goethe-Grundschule) Der erste Bibliothekar war ALBERT FRANK.
1885

Eröffnung Olbernhauer Krankenhaus - Krankenhausstraße 1

Am 24. Juni 1881 eröffnet Dr. med. ARTHUR HEINICKE ein Kurhaus und Pension. Diese Einrichtung war aber nicht erfolgreich und Dr. Heinicke gab sie wieder auf. Am 25. November 1884 beschloss der Olbernhauer Gemeinderat die Sommerfrische für 23.000 Mark zu kaufen und als Krankenhaus zu nutzen. Schon am 1. Januar 1885 konnte die dringend notwendige medizinische Einrichtung für die Olbernhauer Bevölkerung eröffnet werden.
1885

Industrieschule Olbernhau - Goethestraße 5

Am 12. Januar 1885 wird die Industrieschule im Haus Schulstraße 5 (heute Goethestraße 5) mit 23 Schülern eröffnet. Im April des gleichen Jahres waren es bereits 53 Schüler. Am 11. Januar 1884 beschlossen Vertreter der Spielwaren-Industrie in Olbernhau eine Industrieschule zu gründen.
1885

Seniorenzentrum - Blumenauer Straße 95

Am 1. Oktober 1885 wird im ehemaligen Forsthof die "Bezirksarmen- und Korrektionsanstalt" in Betrieb genommen. 23 "Pfleglinge" aus Olbernhau und Umgebung bewohnen die "Anstalt". Es werden Korbmacherarbeiten und Zigarrenfabrikation durchgeführt. Seit 1824 befand sich an dieser Stelle der Forsthof. Die "Königliche Oberforstmeisterei" wurde 1864 nach Marienberg verlegt. Anschließend wurde das Gebäude zur Versteigerung ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt 1883 die Amtshauptmannschaft Marienberg. Danach wurde das Gebäude zur Bezirksarmen- und Korrektions-Anstalt umgebaut.
1886

1. Olbernhauer Gaswerk - Thomas-Mann-Straße 6

Am 17.10.1886 wurde die 1. Olbernhauer Gasanstalt in Betrieb genommen. Das Werk wurde im Auftrag von DR. BRUNO WERNER errichtet. Bauherr war Baumeister GUSTAV NEUBERT.  In Olbernhau gab es nun Gasbeleuchtung für Straßen und Wohnungen.  1898 wird das Werk für 130.000 Mark an die "Aktiengesellschaft Gas-, Wasser- und Elektrizitätsanlagen Berlin" verkauft. Ca. 1911 wird das Gebäude von Friedrich Clemens Reißig erworben. Die Holzwaren-Fabrik bestand bis 1997. Heute gehört das Haus zu einem Einkaufsmarkt.
1888

Einweihung Turnhalle - Goethestraße 3

Am 2. September 1888 (Sedantag) wurde die Turnhalle an der Goethestraße 3 eingeweiht. Am 4. Juli 1887 stellte Schulvorstand WINDISCH den Bauantrag an den Gemeindevorstand. Dieser Antrag wurde am 10. August 1887 von der Amtshauptmannschaft genehmigt. 1959 wurde im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) eine Gymnastikhalle an die Turnhalle angebaut.
1888

Bürgermeister Carl Gessing

CARL GESSING wurde am 22.Dezember 1857 in Plauen /Vogtland geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in Leipzig. Am 17. November 1888 wurde Rechtsanwalt CARL GESSING in sein Amt als Bürgermeister in Olbernhau eingewiesen. Er war der erste Gemeindevorstand, der eine juristische Ausbildung abgeschlossen hatte.
1890

Königsbesuch 1890

Am 14. Juli 1890 war König ALBERT VON SACHSEN zu Gast in der Gemeinde Olbernhau. Er besuchte die Räderfabrik der Gebrüder Seifert. Zur Feier des Tages war das Fabrikgebäude festlich mit Girlanden und Rädern geschmückt. Die Produktion fand damals noch in der Dörfelmühle statt. König Albert von Sachsen war am 18. August 1877  schon einmal  in Olbernhau. Er besuchte damals eine Industrie-Ausstellung in Olbernhau. Ebenfalls war der Besuch des Kupferhammers Grünthal im Programm.
1892

Hotel Windisch - Bahnhofstraße 5

Am 29. März 1892 eröffnet ADALBERT WINDISCH sein neuerbautes Hotel an der Bahnhofstraße. Weitere Hotelbesitzer waren in der Folgezeit: 1901 - Gastwirt THOMEN 1904 - Hotelier EDMUND OPITZ Nach 1914 wurde das Hotel in ein Bankhaus umgewandelt. Besitzer war der Bankier BRUNO TRIBBENSEE. Später wurde das Bankgeschäft von der ALLGEMEINEN DEUTSCHEN CREDITANSTALT (ADCA) übernommen. Nach 1945 wurden die Räume durch die Sparkasse genutzt. 2004 wurden die Geschäftsräume aufgelöst.
1892

Das 1. Elektrizitätswerk in Sachsen

Am 18. Oktober 1892 eröffnen die Brüder CARL und WILHELM EINHORN ein Elektrizitätswerk an der Blumenauer Straße. Olbernhau besaß die erste Licht- und Kraftanlage für die öffentliche Elektrizitätsversorgung in Sachsen. 1899 geht die Zentrale der Gebrüder EINHORN in den Besitz der "Aktiengesellschaft (AG) für Gas-, Wasser- und Elektrizitäts-Anlagen Berlin" über.
1895

Amtsgericht - Zöblitzer Straße 2

Am 1. April 1895 wurde das Amtsgericht eingeweiht. Den ehemaligen Pfarrgarten hatte die Landgemeinde Olbernhau 1893 erworben. Im gleichen Jahr war auch die Grundsteinlegung. Mit der Bauleitung wurde Baumeister GUSTAV NEUBERT beauftragt. Als Amtsrichter trat am 1. April 1895 der Landrichter ADOLF LEONHARDT aus Zwickau seinen Dienst an. Am 15. Juni 1895 beschloss der Olbernhauer Gemeinderat das Amtsgericht für 204.000 Mark an den Sächsischen Staat zu verkaufen.
1896

1. Olbernhauer Musikschule - Tempelweg 9

1896 wurde die Musikschule von Stadt-Musikdirektor OSKAR DONNER im Haus Tempelweg 9  eröffnet. Es wurden Instrumentalisten aus ganz Deutschland ausgebildet. 25 Musikschüler konnten auch im Haus wohnen.
1896

Stadtbrauerei Olbernhau

Am 24. Januar 1896 eröffnet KARL GERLACH seine neue Brauerei an der Blumenauer Straße 25. In vergangenen Zeiten gehörte das Braurecht zu den Privilegien der Rittergutsherrschaft. Das Bier wurde in der Brauerei im Rittergut hergestellt. 1895 war noch der Braumeister Clemens Theodor Köhler tätig. Nach Fertigstellung der modernen Brauerei an der Blumenauer Straße wurden die Anlagen im Rittergut stillgeleg t.
1896

Postamt - Albertstraße 2

Mit der Errichtung des Postamtes wurde 1895 begonnen. Die Bauleitung hatte Baumeister GUSTAV NEUBERT aus Olbernhau. Am 1. Oktober 1896 wurde das stattliche Bauwerk eingeweiht. An diesem Tag begann auch Postmeister KARL WEIDELT als Leiter des Postamtes seine Arbeit. 1905 wurde das Postamt für 70.000 Mark an den Reichsfiskus verkauft.  
1896Carl und Fanny Gleisberg

Konditorei Gleisberg

Am 18. Oktober 1896 errichtet CARL GLEISBERG eine Konditorei mit Cafe in der damaligen Breiten Straße 1 (heute Albertstraße 1).
1898

Firma Gebrüder Seifert - Dörfelstraße 14

1898 wurde das neue Fabrikgebäude der Firma Gebrüder Seifert eingeweiht. Zu dieser Zeit waren ca. 200 Arbeiter beschäftigt. Das neue Fabrikgebäude hatte auch einen Gleisanschluss. Die Brüder Carl Hermann und Friedrich Emil SEIFERT hatten bereits 1878 mit der Produktion von Rädern in der alten Dörfelmühle begonnen.  1959 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Räderfabrik der "VEB Fahrzeugwerk Olbernhau" gegründet. In dieser Firma wurde der Wohnzelt-Anhänger "Camptourist" hergestellt. Nach 1990 wurde die Produktion eingestellt.
1898

Neue Schänke - Zöblitzer Straße 44

Am 24. Februar 1898 übernimmt ADOLF BERNHARDT KRÖNERT die Gaststätte "Neue Schänke" und die dazu gehörigen Felder.  17.03.1703     JOHANN DANIEL NEUBER erhält vom Rittergutsbesitzer Carl Gottlob von Leubnitz einen Conzessionsschein für den Schmiede- und Schankbetrieb im Haus. 31.10.1767     CARL CHRISTIAN BACH aus Rittersberg erhält vom Reichsgrafen Johann Adolf vom Loß die wüste Baustelle zum Wiederaufbau.