1400

Das Rittergut - Markt 1 - 7

Das Gründungsjahr ist nicht genau belegbar. Es wird aber auf ca. 1400 geschätzt. Etwa in dieser Zeit ist das Lehngut in den Besitz der Familie OEHMICHEN gekommen. Der Richter ABRAHAM OEHMICHEN hat im Jahr 1617 bei einem Gerichtstag in Olbernhau erklärt, dass seine Vorfahren "hier zum Olbernhau ein frei Lehngericht, samt allen Gerechtigkeiten und Freiheiten gehabt haben". So wird es in der Pinderschen Chronik der Kirchfahrt Olbernhau berichtet. 
1434

Erste urkundliche Erwähnung

Im Jahr 1434 wird der Ort erstmalig als "albernaw"  in einer Urkunde erwähnt. In diesem Dokument verkauften die Burggrafen VON LEISNIG die HERRSCHAFT LAUTERSTEIN, zu der auch Olbernhau gehörte, an den Freiberger Patrizier CASPAR VON BERBISDORF. Eine Abschrift dieser Abschrift befindet sich im Staatsarchiv in Dresden. Der Kaufbrief nennt alle zur HERRSCHAFT LAUTERSTEIN zugehörigen Orte namentlich:
1500

16. Jahrhundert

1511     Nachweis erster bergbaulicher Tätigkeit 1537     Gründung der Saigerhütte Grünthal durch Hans Leonardt 1539     Reformation - Olbernhau ist eigenständige Parochie 1556     Erwähnung einer Schule 1584 bis 1590     Erbauung der evangelischen Kirche. Entstehung des ersten Olbernhauer Friedhofes.
1537

Geschichte der Saigerhütte

Die Saigerhütte wurde 1537 von dem Annaberger Bergmeister Hans Leonhard gegründet. 1550 erwarb der Annaberger Bergherr Christoph Uthmann den Hüttenbetrieb. Nach seinem Tod wurde seine Frau Barbara mit ihren Kindern Besitzerin.
1590

Weihe der Stadtkirche - Markt 9

Am 2. November 1590 wird die Stadtkirche geweiht. Im Zeitraum 1584 bis 1590 wurde die Kirche erbaut. Am 7.Mai 1639 fielen 100 schwedische Reiter in Olbernhau ein und zerstörten neben vielen anderen Gebäuden auch die Kirche. Sie brannte bis auf die Grundmauern mit der 1. Orgel von 1621 nieder. 1640 Notdürftiger Wiederaufbau des Chorraumes. 1641 Stiftung der Kanzel durch die Rothenthaler Knappschaft 1648 Wiederaufbau der Kirche. Faktor Rohdt aus Olbernhau-Grünthal stiftete das Altarbild.
1600

17. Jahrhundert

1617                             Gründung der Kantorei 1625                             Pestjahr: 171 Einwohner sterben
1639

Schwedenüberfall

Am 7. Mai 1639 überfallen 100 schwedische Reiter das Dorf Olbernhau. Sie sind auf der Suche nach Förster Graß aus Grünthal. Dieser hatte am 26. April 1639 mit seinen drei Söhnen und dem Förster Popp aus Olbernhau einen Trupp schwedischer Soldaten überfallen. Dieser zog von Marienberg kommend durch Olbernhau und sollte bei Sayda auf die schwedische Hauptarmee stoßen.
1681

Die Gewehrmanufaktur

Der Rittergutsbesitzer OEHMICHEN erhält 1681 die Konzession zur Anlegung einer Rohrschmiede. Im Jahr 1703 bildeten sich die Zünfte der Schlosser und Büchsenmacher sowie der Tischler und Schäfter. Die Handwerker wurden aus Suhl (Thüringen) und Bayern angeworben.  In der Blütezeit gab es 5 Rohrschmieden und 20 Büchsenmachermeister. Es wurden Gewehre, Pistolen und Bajonette handwerksmäßig gefertigt. 1708 wurden 12.ooo Gewehre für die sächsische Armee angefertigt..
1700

18. Jahrhundert

um 1701             Bau des Totengräberhauses am Pestfriedhof 1704                    Im Ort gibt es eine Apotheke 1704                    Die Innung der Schlosser und Büchsenmacher, der Tischler und Büchsenschäfter wird gegründet.
1748

1. Olbernhauer Schule - Markt 14

1748 wurde am heutigen Standort Markt 14 ein neu errichtetes Schulgebäude eingeweiht. Dieses Gebäude wurde in der Folgezeit erweitert. Auf einer Zeichnung aus dem Jahr 1840 ist ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit einer 7 Fenster-Front im Obergeschoss zu sehen. Neben drei Klassenzimmern war auch noch die Wohnung des Kantors im Haus. Hier wurde am 19. Januar 1848 der bekannte Musikwissenschaftler PROF. DR. HERMANN KRETZSCHMAR geboren.
1768

Der Marktplatz

Nach einem Brand im Rittergut im Jahr 1767 werden die Gebäude zurückgesetzt und auf dem heutigen Standort wieder aufgebaut. Dadurch entstand der heutige Marktplatz. In dieser Zeit fanden in Olbernhau drei Jahrmärkte statt. 1818 wird anlässlich des 50-jährigen Dienstjubiläums von König Friedrich August von Sachsen die Markt- und Königseiche gepflanzt. 1905 beschließt der Stadtrat die Umgestaltung des Marktplatzes. Es wird eine Anlage mit Springbrunnen geschaffen. Die Kosten betragen 30.000 Mark.
1800

19. Jahrhundert

1806                   Gründung des Spielwarenverlags von AUGUST HERMANN am Oberen Tempel 1815                     Gründung der Pulvermühle durch JOHANN GOTTLIEB HAUBOLD
1811

Die Sonnenuhr - Gerbergasse 12

Die Sonnenuhr wurde 1811 errichtet. Das Haus wurde 1789 von Lohgerbermeister CHRISTIAN FRIEDRICH KREHER erbaut. Bis 1911 wurde in diesem Haus das Gerberhandwerk betrieben. Nach 1911 war es die Maschinenfabrik von CARL EUSSERT, nach 1936 von ALBERT THEODOR BERGERT
1815

Die Pulvermühle - Rungstockstraße

1815 errichtete JOHANN GOTTLIEB HAUBOLD im hinteren Teil des Rungstocktales eine Pulvermühle. Der Standort war auf Grund der Gefährlichkeit der Produktion gefordert worden. Das nächtste Wohnhaus war weit genug entfernt und auch die Wasserkraft des Rungstockbaches konnte genutzt werden.
1822

1. Olbernhauer Bankhaus - Grünthaler Straße 31

Am 16. Oktober 1822 eröffnete CHRISTIAN FRIEDRICH SEYFERT in seinem Haus Grünthaler Straße 31 das erste Olbernhauer Bankgeschäft. Am 18. Juli 1843 zog das Bankhaus in das größere Gebäude am Markt 16. Das Haus wurde 1793 durch Sattlermeister und Obermeister der Innung der Sieben Zünfte JOHANN GOTTLOB HUNGER erbaut. In diesem Gebäude  war die "Chaussee-Geldeinnahme-Stelle" untergbracht. Seit 1886 ist das Haus im Besitz der Familie NEUBERT  
1828

Olbernhauer Schützengesellschaft

Am 19. April 1828 trafen sich 21 Olbernhauer Bürger in der "Rohrschmiede-Schänke" (heute Tempelweg 43) und gründeten einen Schützenverein. In diesem Personenkreis befanden sich auch 6 Büchsenmacher-Meister. Der erste Vorsitzende des Vereins war der Postverwalter GOTTLIEB HEINRICH PREISSLER. Zuerst fanden die Schießübungen und das alljährliche "Vogelschießen" auf dem Gelände der Rohrschmiede statt.
1838

Firma A. F. Reichel - Zöblitzer Straße 11

1838 wird die Firma August Friedrich REICHEL als Familienunternehmen gegründet. Es werden Dampf- und Branntweine, sowie Schnaps und Liköre hergestellt. 1945 wird die Firma unter Zollaufsicht der sowjetischen Besatzungsbehörden gestellt. Es wird Bergmannsschnaps (Bergmannsfusel) hergestellt. Außerdem werden Weine aus Ungarn und Bulgarien in Flaschen abgefüllt.
1848

Musikwissenschaftler Prof. Dr. Hermann Kretzschmar

Am 19.Januar 1848 wurde HERMANN KRETZSCHMAR im damaligen Schulhaus (heute Markt 14) als Sohn des Kantors CARL DANKEGOTT KRETZSCHMAR geboren. 1862 bis 1868 Kruzianer in Dresden. 1868 bis 1871 Studium an der Universität und am Konservatorium Leipzig. 1871 bis 1876 Lehrer am Konservatitorium Leipzig und Direktor mehrerer Chöre. 1876 bis 1877 Theaterkapellmeister in Metz. 1877 bis 1887 Universtätsmusikdirektor in Rostock. Kretzschmars Konzerteinführungen bilden den Grundstock für seinen "Führer durch den Konzertsaal"
1851

Die Kegelbrücke

Die Brücke vor 1850 wurde ständig durch Hochwasser und im Winter durch Eisfahrten auf der Flöha zerstört. Die Gemeinde Olbernhau war mit dem Bau einer stabilen Brücke überfordert. Darum wurde am 7.3.1850 zwischen der Königlichen Straßenbau-Kommission und der Gemeinde Olbernhau ein Vertrag geschlossen. Dieser regelte die Übernahme der Brücke durch das Königreich Sachsen..
1851

Die Ziegelei - Blumenauer Straße 15

Am 15. Juli 1851 gründet CARL FRIEDRICH ZÖPPEL auf seinem Halbhufengut eine bescheidene Ziegelei. 1880 vergrößert CARL WILHELM ZÖPPEL den Betrieb und errichtet einen modernen Ringbrennofen. 1897 gründet der Kaufmann CARL MÜLLER die Firma " Vereinigte Olbernhauer Ziegeleien Müller, Einhorn & Co". In der DDR nannte sich die Firma "VEB Baustoffwerk Olbernhau".  1990 wurde die Firma privatisiert und 1993 kam es zur Liquidation des Baustoffwerkes.
1851

Erzgebirgischer General-Anzeiger - Albertstraße 11

1851 erscheint ein "Wochenblatt für Olbernhau, Sayda und Umgegend". Herausgeber ist GUSTAV BILLIG. Die Druckerei befindet sich im Haus Am Steg 1. Der Buchbinder ANTON BRAUSE übernimmt das Wochenblatt im Jahr 1853 und die Druckerei wird in die Töpfergasse verlegt. 1854 wird die Zeitung von I.G. WEBER herausgegeben und im Haus Grünthaler Straße 1 gedruckt.
1859

Zündwaren-Fabrik Schuster - Rungstockstraße 30

Am 7. Mai 1859 wurde die "Königlich-sächsische concessionierte Zündwaren-Fabrik GmbH" von ROBERT SCHUSTER  gegründet. Am 11. Mai 1865 kauft ROBERT SCHUSTER die Eisengießerei von HEINRICH EHREGOTT REUTER - Rungstockstraße 36 und 38. In diesem Haus wohnen Arbeiter der Firma Schuster. Es wird im Volksmund "Langes Schuster-Haus" genannt. Am 4. August 1872 brannte die Fabrik vollständig nieder. Die Produktionsanlagen wurden danach nach neuesten Standard wieder aufgebaut. In der Firma waren ca. 100 Arbeiter beschäftigt.
1868

Alte Schule - Grünthaler Straße 14

Am 17.September 1868 wurde das Schulgebäude eingeweiht. Baumeister war GOTTLIEB ULLMANN. Der erste Schuldirektor war CARL EMIL SCHUSTER. 1883 und 1893 wurde das Gebäude erweitert. Ein dritter Anbau war platzmäßig nicht möglich. Nach umfangreichem Umbau zieht 1923 die Gewerbeschule in das Gebäude ein. 1945 bis 1975 Berufsschule für Handwerksberufe. 1975 bis 1982 Erweiterte Oberschule (EOS) 1983 bis 1992 Zehnklassige Polytechnische Oberschule (POS)