Hüttenschule/ Zimmerhaus in der Saigerhütte

Service & Infos

Der seit mehr als 20 Jah­ren im Sai­ger­hüt­ten­are­al anzu­tref­fen­de Erz­ge­bir­gi­sche Ver­ein für Arbeits­för­de­rung, kurz EVA e.V., stellt zum 31. März 2019 sei­ne Arbeit ein und beginnt ab 22.01.2019 einen Ausverkauf im Hüttenladen.

 

Hüttenschule

Bis zum 16. Jahrhundert gab es auf dem Land nur wenig Schulen. Kurfürst August von Sachsen veranlasste unter dem Einfluss der Reformation in seinem Lande den Ausbau des Schulwesens,  worauf auch die Gründung der Hüttenschule zurückzuführen sein dürfte.

Beim Zwangsverkauf 1567 an den Kurfürst August wird das Gebäude als "Viehhaus" in der Inventur aufgelistet. Mit der Rekonstruktion der Saigerhütte 1586 dürfte auch eine Schule gegründet worden sein. Das Rechnungsbuch von 1589 gibt darauf einen Hinweis.

1592 wird erstmals ein Lehrer genannt – Melchior Teucher aus Katharinenberg. Der erste Hüttenschulmeister der Saigerhütte Grünthal - von 1636 bis 1689 - war Christian Schmidt. Er  beschreibt in seinem als Tagebuch geführten Kalender aus dem Jahre 1639 die Kriegsgräuel des Dreißigjährigen Krieges.

1606 wird das Schulgebäude erwähnt als "das alte Viehhaus, darin der Lehrer wohnt". Es war damals üblich, dass die Wohnung bzw. das Wohnhaus des Lehrers für den Unterricht genutzt wurde.

Die eigene Hüttenschule hatte den Vorteil, dass die Eltern kein Schulgeld entrichten mussten und die Verwaltung das Schulhaus unterhielt und mit Brennholz versorgte.

Zimmerhaus/ Fleischbank

Das Zimmerhaus beherbergte die Fleischbank. Die zugebilligten Privilegien ermöglichten es, steuerfrei zu schlachten und die Fleischwaren verbilligt an die Hüttenleute abzugeben. Die Fleischbank war mit der Hüttenschänke verbunden.

In den Jahren 1612/14 ist im Rahmen von Baumaßnahmen von einem neuen Zimmerhaus die Rede. 1618/20 gab es Umbauten am unteren Tor. Seitdem existiert die Dreiergruppe von Schul-, Zimmer- und Wächterhaus mit dem unteren Tor.

Zweimal ging die Schule mit angebautem Zimmerhaus in Flammen auf – einmal im Dreißigjährigen Krieg 1646 und nochmals 1675.

Nach der Privatisierung 1873 wurde die Zimmerei als Wagenremise genutzt. 1946 wurden Ställe eingebaut, später auch eine Schälküche für die Betriebsgaststätte des VEB Blechwalzwerkes eingerichtet (damals Hüttenschänke).

 

weitere Informationen zum Denkmalkomplex Saigerhütte

In der historischen Hüttenschule/ Zimmerhaus entstanden durch den Erzgebirgischen Verein für Arbeitsförderung e.V. unter anderem die Münzpräge, die Hüttentöpferei und der Hüttenladen mit Schautöpferei. Mit der Münzpräge wurde eine alte Tradition zu neuem Leben erweckt. In drei Prägeperioden wurden in der Saigerhütte Grünthal neben Silbermünzen auch Kupferschillinge, -groschen, Dreier, Vierer und Heller geprägt.
Erzgebirgischer Verein für Arbeitsförderung EVA e.V.
+49 (37360) 20468
+49 (37360) 66092
Museum "Saigerhütte" - Hüttenschule / Zimmerhaus
In der Hütte 2
09526 Olbernhau
Deutschland
Mo: geschlossen
Di - Fr: 10:00-17:00
Sa: 13:00-17:00
So: geschlossen
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