Hüttenschule/ Zimmerhaus in der Saigerhütte

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Hüttenschule

Bis zum 16. Jahrhundert gab es auf dem Land nur wenig Schulen. Kurfürst August von Sachsen veranlasste unter dem Einfluss der Reformation in seinem Lande den Ausbau des Schulwesens,  worauf auch die Gründung der Hüttenschule zurückzuführen sein dürfte.

Beim Zwangsverkauf 1567 an den Kurfürst August wird das Gebäude als "Viehhaus" in der Inventur aufgelistet. Mit der Rekonstruktion der Saigerhütte 1586 dürfte auch eine Schule gegründet worden sein. Das Rechnungsbuch von 1589 gibt darauf einen Hinweis.

1592 wird erstmals ein Lehrer genannt – Melchior Teucher aus Katharinenberg. Der erste Hüttenschulmeister der Saigerhütte Grünthal - von 1636 bis 1689 - war Christian Schmidt. Er  beschreibt in seinem als Tagebuch geführten Kalender aus dem Jahre 1639 die Kriegsgräuel des Dreißigjährigen Krieges.

1606 wird das Schulgebäude erwähnt als "das alte Viehhaus, darin der Lehrer wohnt". Es war damals üblich, dass die Wohnung bzw. das Wohnhaus des Lehrers für den Unterricht genutzt wurde.

Die eigene Hüttenschule hatte den Vorteil, dass die Eltern kein Schulgeld entrichten mussten und die Verwaltung das Schulhaus unterhielt und mit Brennholz versorgte.

Zimmerhaus/ Fleischbank

Das Zimmerhaus beherbergte die Fleischbank. Die zugebilligten Privilegien ermöglichten es, steuerfrei zu schlachten und die Fleischwaren verbilligt an die Hüttenleute abzugeben. Die Fleischbank war mit der Hüttenschänke verbunden.

In den Jahren 1612/14 ist im Rahmen von Baumaßnahmen von einem neuen Zimmerhaus die Rede. 1618/20 gab es Umbauten am unteren Tor. Seitdem existiert die Dreiergruppe von Schul-, Zimmer- und Wächterhaus mit dem unteren Tor.

Zweimal ging die Schule mit angebautem Zimmerhaus in Flammen auf – einmal im Dreißigjährigen Krieg 1646 und nochmals 1675.

Nach der Privatisierung 1873 wurde die Zimmerei als Wagenremise genutzt. 1946 wurden Ställe eingebaut, später auch eine Schälküche für die Betriebsgaststätte des VEB Blechwalzwerkes eingerichtet (damals Hüttenschänke).

 

In der historischen Hüttenschule/ Zimmerhaus wurde Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre mit der Einrichtung einer Münzpräge zu Schauzwecken eine alte Tradition zu neuem Leben erweckt. Die Münzpräge ist jetzt in der Ausstellung im Museum Saigerhütte zu sehen.

Dank einer Förderung des Kulturraums Erzgebirge-Mittelsachsen wird ab 31.01.2023 eine neue Teilausstellung und ein neuer Kassenbereich eingerichtet. Beide befinden sich im Gebäude „In der Hütte 2“, neben dem Westtor. Gemeinsam mit der im September 2022 eröffneten Ausstellung „F. A. Lange und das Dachkupfer“ ist dies ein großer Schritt in der Modernisierung der Saigerhütte. Im Welterbekontext wird hier von „Vermittlung“ gesprochen – Welterbe muss nicht nur bewahrt, sondern auch erklärt werden. Diese neue Ausstellung wird zeigen, dass Grünthal ein besonderer Ortsteil Olbernhaus ist und die Saigerhütte dem Kurfürsten August von Sachsen so wertvoll erschien, dass er sie in seinen Bergstaat eingliederte.

Ausstellung und Kassenbereich werden am 31.01.2023 um 18:00 feierlich eröffnet. Wir laden Sie hierzu herzlich ein.

 

weitere Informationen zum Denkmalkomplex Saigerhütte

In drei Prägeperioden wurden in der Saigerhütte Grünthal neben Silbermünzen auch Kupferschillinge, -groschen, Dreier, Vierer und Heller geprägt. In der historischen Hüttenschule/ Zimmerhaus wurde Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre mit der Einrichtung einer Münzpräge zu Schauzwecken eine alte Tradition zu neuem Leben erweckt. Die Münzpräge ist jetzt in der Ausstellung im Museum Saigerhütte zu sehen.
Museum Saigerhütte mit Kupferhammer
+49 (37360) 73367
+49 (37360) 79567
Museum "Saigerhütte" - Hüttenschule / Zimmerhaus
In der Hütte 2
09526 Olbernhau
Deutschland
Während der Öffnungszeiten des Museums Saigerhütte geöffnet. Geschlossen vom 10. bis 31.01.

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