Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Olbernhau,

eigentlich wollte ich Sie künftig in jedem Amtsblatt über ein anderes Thema informieren, doch die Corona-Pandemie hat uns wieder voll im Griff. Seit Anfang Oktober steigen die Infektionszahlen rapide an. Innerhalb von vier Wochen stieg die 7-Tage-Inzidenz von 120 auf rund 500 an. Damit haben wir die 7-Tage-Inzidenz vom Vorjahr deutlich überschritten.

Viel schlimmer ist, dass unsere Krankenhäuser, auch das in Olbernhau, die Grenze des Machbaren erreicht hat. Und das ist ein Punkt, den niemand wegdiskutieren kann.

Nun frage ich mich, wie dieser deutliche Anstieg zu erklären ist. Zum Jahreswechsel begann die Impfkampagne in Deutschland. Wir als Stadt haben uns mit zwei Impfaktionen im Mai und im August an dieser Kampagne beteiligt. Heute liegt die Impfquote bei ca. 60 bis 70 %. Trotzdem wird die 4. Welle, wenn man die Zahlen betrachtet, schlimmer werden, als alle Wellen davor.

Nun versucht man, die 4. Welle mit der Einführung der 2G-Regel in vielen Bereichen, wo sich Menschen treffen, zu brechen. Damit wird ein Teil der Bürgerschaft an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Dies halte ich für den falschen Weg und schließe mich der Meinung unseres Landrates Vogel an. Er plädierte vergangen in der Freien Presse zur Einführung der 1G-Regel, in dem sich alle, auch die genesenen und geimpften, regelmäßig testen lassen. Im Rathaus wird das seit dem 08.11.2021 durchgeführt, somit erkennen wir auch die vollständig Geimpften, die den Virus in sich tragen.

Von der 2G-Regel sind auch die Weihnachtsmärkte betroffen, zumindest wenn die Besucherzahl 1.000 übersteigt. Da unser Weihnachtsmarkt in Erfahrung der vergangenen Jahre diese Größenordnung nicht erreichen wird, halten wir weiterhin an der Durchführung fest. Dies kann sich jedoch durch Vorgaben von Bund und Land schnell ändern, vor allem, wenn die Infektionszahlen dynamisch steigen.

Die Corona-Pandemie wird uns auch in diesem Winter beschäftigen. Der designierte Kanzler, Olaf Scholz, spricht davon, „unser Land winterfest zu machen“. Doch der Erzgebirger ist harte Winter gewöhnt.

Bleiben Sie gesund und lebensfroh.

Mit einem herzlichen „Glück auf“

 

Ihr Bürgermeister Heinz-Peter Haustein

Olbernhau, 12.11.2021