Nach dem 2. Weltkrieg wurde für den Bau eines Heimatmuseums ein total verfallener Gebäudeteil des ehemaligen Rittergutes ausgewählt. Unermüdlich und unentgeltlich arbeiteten die Natur- und Heimatfreunde, die Schnitzer und Klöpplerinnen nach Feierabend, so dass am 13. Juli 1957 das "Haus der Heimat" als Museum, wenn auch zunächst in bescheidener Form, eröffnet werden konnte.

Viele Exponate aus der 1902 gegründeten Altertümersammlung fanden hier einen neuen Platz. In unserer ständigen Ausstellung berichten wir Ihnen, soweit es unsere derzeitigen Kenntnisse gestatten, von der Besiedlungsgeschichte unserer Umgebung. Beweis dafür sind u.a. zufällige Scherbenfunde und Reste von Waldglashütten. Wir geben einen Überblick über Berufe und Gewerke, die sich auf Grund natürlicher Bedingungen im Tal der Flöha sesshaft machten, wie Köhlerei und Flößerei.

Eine Bauernstube um 1800 vermittelt einen Einblick in die Lebensweise und das Brauchtum hier ansässiger Menschen. Bereits in der Holzordnung des Kurfürsten August von 1560 lesen wir "... von allerlei Handwerckleuth, auf welche Holz zu Kandeln, schüsseln, teller, schöffel, truhen, schauffeln, brechen, rollen, siebe, wasserkannen und dergleichen hölzern gefäß machen ...". Das dürfte der Beleg für den Beginn einer gewerblichen Holznutzung, Be- und Verarbeitung gewesen sein.

Um 1700 betrieben bereits zwei Olbernhauer Familien Zinngießerei. Nun können Sie sich an der Vielfalt schönen Zinngeschirrs erfreuen. Besondere Bedeutung erlangte die Olbernhauer Gewehrmanufaktur, die über 150 Jahre lang als Hauptlieferant und Waffenschmiede der sächsischen Armee galt. 1857 ging sie in Konkurs, weil sich die Zunftmeister weigerten, auf industrielle Großproduktion umzusteigen. Eine Jagdflinte und ein Schützengewehr mit Olbernhauer Meisterzeichen können wir unseren Besuchern in einer Wandvitrine zeigen.

Nach dem Niedergang der Gewehrmanufaktur entwickelte sich verstärkt das Spielzeugverlagswesen in Olbernhau, das neben Grünhainichen zum Zentrum des Handels mit Holz- und Spielwaren wurde. Unter anderem sehen Sie ein von Hand gezeichnetes und -koloriertes Musterbuch des Olbernhauer Verlegers Grundmann.

In unserem "Kunstgang" dokumentieren wir die Entwicklung des Olbernhauer Stadtwappens.

Wir ehren das Andenken an den großen Sohn der Stadt Olbernhau, Deutschlands Meister der Musikwissenschaft, Herrmann Kretzschmar (1848 - 1924). Eine Reihe hervorragender, ortsbezogener Bilder, Aquarelle und Ölgemälde stellen den Maler Max Krause-Kiederling vor, der 1892 in Graudenz geboren, durch Kriegswirren nach Olbernhau umgesiedelt wurde und hier im Jahre 1962 verstarb.

Der Stadtrat beschloss am 01.05.2004 die Umbenennung in "Museum Olbernhau".